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Burnout-Prävention bei der Stadtpolizei Zürich

Polizistinnen und Polizisten erleben in ihrer Berufsausübung ein überdurchschnittlich hohes Mass an stressauslösenden Einsätzen. Insbesondere die Konfrontation mit traumatischen Ereignissen wie zum Beispiel Gewalteinsätze, Schusswaffengebrauch oder Unfälle mit Schwerverletzten und Toten können extrem belastend sein. Auch das Beispiel des jüngsten Fussballspiels zwischen dem FC Basel und FC Zürich in Basel hat gezeigt, wie rasch sich Polizistinnen und Polizisten auf Unerwartetes und Gefährliches einstellen müssen.

Die Anforderungen für diese Berufsgruppe sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, die Sicherheitsbedürfnisse unserer Gesellschaft sind vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Dies führt zu einer immer rascheren Veränderungsgeschwindigkeit von Polizeiorganisationen und komplexeren Einsatzbearbeitungen. Selbstredend, dass auch das Thema Burnout von Geschäftsleitung und Personalverantwortlichen ernst genommen werden muss.

Hohes Belastungsniveau für Polizistinnen und Polizisten
Verschiedene Studien im In- und Ausland zum Thema Stress im Polizeiberuf belegen ein generell hohes Belastungsniveau dieser Berufsgruppe. Die Fachstelle Psychologie und Organisationsberatung der Stadtpolizei Zürich ist derzeit mit der Erarbeitung eines Konzepts beauftragt. Ziel ist es, Burnout-Präventionsmassnahmen besser in der Organisation zu verankern.

Das Zusammenwirken von internen und externen Belastungsfaktoren zeigt zum Teil deutlich spürbare Auswirkungen. Die gestiegene Anzahl und der Inhalt betrieblicher Beratungen der Fachstelle ist ein Indikator für die Belastungszunahme, Rückmeldungen insbesondere des oberen Kaders eine andere. Zahlen ? beispielsweise über die Veränderung von  Fluktuationszunahmen, Krankheitsabwesenheiten oder IV-Pensionierungen werden noch erhoben.

Grundlage zur Ausarbeitung des Konzepts bildet neben den aktuellen polizeilichen Forschungsergebnissen ein möglichst ganzheitlicher Ansatz, der Burnout nicht nur zur individuellen Frage macht, sondern strategische und strukturelle Ebenen der Organisation mit einbezieht. Aus dieser Perspektive heraus ergibt sich eine Betrachtungsweise, die die folgenden vier Aspekte berücksichtigen soll:

Faktoren am Arbeitsplatz
(Strukturen, Prozesse)
 
Privatleben
(Partnerschaft, Beziehungen)

Persönlichkeit
(Grundhaltung)
 
Gesundheit
(körperliche Fitness)

In enger Zusammenarbeit mit Linienverantwortlichen und dem Bereich Human Ressource der Stadtpolizei Zürich werden diese Ebenen konkret erarbeitet und in einem Massnahmenkatalog zusammengefasst.

Enttabuisierung der Belastung
Das Projekt befindet sich in der Startphase. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Enttabuisierung der Belastung eine zentrale Rolle spielt. Vermutlich gerade in Berufen, in denen Stärke, Stressresistenz aber auch hohe Risiko- und Einsatzbereitschaft zentral sind, wird das Thema Burnout noch weit gehend verdrängt.

Ähnlich dem Begriff Mobbing gilt es auch zu verhindern, dass mit der Enttabuisierung von Burnout begriffliche Vermischungen stattfinden: eine temporäre Überforderung ist noch kein Burnout, wie auch ein Arbeitskonflikt nicht gleich als Mobbing zu qualifizieren ist.

Burnout hat einen hohen Bezug zur Arbeit. Es ist zentral, die Arbeit nicht nur als Belastung zu verstehen sondern auch als Ressource. Gerade in einem Beruf, der hohe Investitionskosten in die Ausbildung neuer Polizistinnen und Polizisten erfordert ? die Ausbildung bei vollem Lohn dauert zwei ganze Jahre ? muss der langfristigen Erhaltung der Arbeitskraft hohe Bedeutung beigemessen werden.

Bewusstsein im Kader fördern
Ein weiterer Punkt in der ersten Bestandesaufnahme ist die Grundhaltung im Kader. Ohne das geschärfte Bewusstsein um die Bedeutung der Thematik fehlt eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung der Massnahmen. Dies bedeutet zu Beginn des Projekts eine verstärkte Aktivität bei Schulungen und Informationsveranstaltungen.

Parallel zum Auftrag eines Burnout-Konzepts erfährt derzeit auch die betriebliche Gesundheitsförderung der Stadtpolizei Zürich mehr Unterstützung. Bereits eingeführte Schulungsmodule, Referate und präventive Gesundheitsaktionen sollen eine Erweiterung und Professionalisierung erfahren. In der Zusammenarbeit mit dem Burnout-Konzept müssen künftig Synergien und Ressourcen besser genutzt und die Massnahmen gezielter koordiniert werden.

Der Autor
Platzhalterbild Herrn
Heinz Dinkelacker

Stadtpolizei Zürich
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