
Prozessmanagement ist mittlerweile für einige tatsächlich mehr als nur ein Schlagwort, mit dem man Kunden und Verwaltungsräte beruhigt. Viele gut-schweizerische KMUs haben diese Norm tatsächlich als Potenzial benutzt, um sich weiterzuentwickeln. Nun ist aber die Norm mittlerweile zu dem geworden, was eine Norm sein sollte: NORMAL. Also das, was man bei einem Produkt, einer Dienstleistung oder eben auch bei einem Unternehmen als Standard voraussetzen darf. Mehr nicht! Auch wenn uns das die Zertifizierer natürlich einreden wollen (die uns übrigens mit ihrer unbequemen Überwachungstätigkeit sehr wirkungsvoll daran zu hindern suchen, wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen und das gelernte systematische und strukturierte Vorgehen nach Belieben wieder wegzulassen). Wie sieht aber der Weg aus dieser Normalität aus? Welche Ansätze bieten sich an?
Kennern und Insidern ist natürlich das EFQM-Modell für Excellence, das seit mittlerweile auch über 20 Jahren die Best-Practice-Ansätze der erfolgreichsten europäischen Unternehmen sammelt und veröffentlicht, ein Begriff. Aber wer wagt sich schon in eine solche Liga? Um diese Berührungsängste abzubauen, stellt die EFQM seit Beginn dieses Jahrtausends einen neuen, mittlerweile gut bewährten und praxiserprobten Einstieg auf dem Weg in diese diese Oberliga zur Verfügung: Die Stufen zu Excellence. Und wer genau ist damit angesprochen?
Organisationen, die ein wirksames Tool für die strukturierte, wirkungsorientierte Weiterentwicklung einsetzen möchten
Treffen eine oder mehrere dieser Beschreibungen auf ihre Organisation zu?
Dann lesen sie aufmerksam weiter, und sie werden erkennen, dass dieses neue Programm nicht geschaffen wurde, um all den Feld-, Wald-, und Wiesenberatern, die sich auf diesem Gebiet tummeln, neue Einnahmequellen zu verschaffen (obwohl sie das auch schaffen werden), sondern um den Organisationen beizubringen, wirkungsorientierter zu denken und handeln.
Easy, nicht? Aber fragen sie mal bei den letzten 5 Projekten, die in ihrer Organisation abgewickelt wurden nach dem konkreten Nutzen oder Erfolg (messbar, nachweislich, geplant)? Falls die Antworten darauf unbefriedigend ausfallen, benötigt ihre Organisation vielleicht genau diesen «Best-Practice-Ansatz», der excellente Organisationen aller Arten, Branchen und Grössen auszeichnet. Und scheuen sie nicht den Aufwand: Ein guter Coach befähigt ihre Mitarbeitenden mit sehr bescheidenem Aufwand und baut so dieses excellente Denken in ihrem Unternehmen auf, das dann auch bei allen weiteren Projekten in Zukunft genauso wirkungsvoll umgesetzt werden kann. Und die offizielle Anerkennung, die aufgrund der Überprüfung des Vorgehens und des erzielten Erfolgs durch einen Validator überprüft wird, wird von der offiziellen Vertretung der EFQM in der Schweiz, der Swiss Association for Quality vorgenommen.
Wann wählen sie ihren Weg aus der ISO-lation? Wann beginnen sie ihre Organisation auch nachweislich von der «NORM-altät» abzuheben und eine weitere Dimension der Excellence hinzuzufügen?
PS: Lassen sie sich übrigens nicht verunsichern: auch wenn es manchmal so dargestellt wird, ist eine ISO-Zertifizierung keine Voraussetzung, um mit dem, EFQM-Stufenprogramm beginnen zu können!
Der Autor:
Andreas Muster, Mitglied der Geschäftsleitung der SAQ-QUALICON AG ist lizenzierter EFQM-Trainer, Assessor für die SAQ im Rahmen des Anerkennungsprogramms EFQM-Levels of Excellence und langjähriger Assessor für den schweizerischen Qualitätspreis ESPRIX. Sein Know-how auf dem Gebiet der systematischen Unternehmensentwicklung stützt sich auf 20 Jahre Praxiserfahrung in der Umsetzung und im Coaching von Projekten in über 100 verschiedenen Organisationen.