
«Unterschiedliche Textlängen verschiedener Sprachen können Unterschiede im Layout erfordern.» Dieser Satz beansprucht im Deutschen 91 Zeichen, inkl. Leerzeichen. Für das französische Pendant «Les textes de longueur inégale dans les différentes langues peuvent entraîner des différences dans le layout.» werden hingegen 109 Zeichen benötigt. Texte, die aus dem Deutschen in eine lateinische Sprache wie Französisch oder Italienisch übersetzt werden, sind meistens länger als das Original. Als Faustregel müssen je nach Sprache etwa 10 bis 20 Prozent Mehrumfang eingerechnet werden.
Dieser Umstand ist besonders bei Grafikern und Webmastern gefürchtet und stellt eine besondere Herausforderung an das Layout gedruckter oder elektronischer Publikationen. Der Gestalter sieht für einzelne Textbausteine häufig einen fest definierten Umfang im Sinne eines Rasters vor. Jede Sprachversion soll in diesen Raster eingefügt werden können und muss deshalb im Umfang der Ausgangssprache entsprechen. Bei Websites spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob diese mit oder ohne Content Management System (CMS) generiert werden. Doch gerade bei mehrsprachigen Websites kommt ein Vorteil des CMS, nämlich das schnelle, unkomplizierte Abfüllen mit Texten, deswegen weniger zum Tragen. Wenn die Masterversion und damit die entsprechenden Formatvorlagen auf Deutsch oder im noch kürzer verlaufenden Englischen erstellt werden und layout-bedingt eine genau definierte Grösse haben, reicht der vorgegebene Umfang für die in lateinische Sprachen übertragenen Texte häufig nicht aus.
Syntax Übersetzungen AG sah sich und ihre Kunden regelmässig mit sprachbedingten Herausforderungen dieser Art konfrontiert. Vom Kunden angelieferte deutsche Originaltexte wurden von den Übersetzern, bzw. den für die Qualitätssicherung zuständigen Lektoren, in die gewünschten Fremdsprachen übertragen. Anschliessend fügte der Webmaster die Fremdsprachentexte in sein CMS ein. Häufig stellte er dann fest, dass sie aufgrund der vorgegebenen Platzverhältnisse zu lang waren. Folglich wurden die Texte zur Kürzung an die Übersetzer und Lektoren retourniert, von diesen überarbeitet und wiederum neu übermittelt ? und dies durchaus auch mehrmals, bis alles stimmte. Diese traditionelle Methode strapazierte gelegentlich nicht nur die Nerven. Viel wichtiger: Sowohl auf Seite des Kunden als auch des Übersetzers bewirkte sie grösseren Aufwand, Einschränkungen bei der Aktualität und nicht zuletzt mögliche Qualitätseinbussen infolge unbeabsichtigter Fehlmanipulationen ? ein Risiko, das bekanntlich mit jedem Prozessschritt zunimmt.
Gerade für solche Problemstellungen hat Syntax in enger Zusammenarbeit mit Kunden einen Ansatz entwickelt, der die Geschwindigkeit, Effizienz und Qualität des multilingualen Webmasterings massiv verbessert. Der Kernpunkt dabei: Der beauftragte Übersetzer und der Lektor arbeiten via Online-Zugriff direkt im CMS des Kunden, d.h. sie fügen die übersetzten Website- Texte direkt in die entsprechenden Formatvorlagen ein und können sie so gleich selbst optimal auf den vom CMS vorgegebenen Umfang anpassen. Dank einer Preview-Funktion ist sofort ersichtlich, ob ein Text zu lang ist und um wie viel er gegebenenfalls gekürzt werden muss. Wenn alles passt, geben sie die entsprechende Sektion frei, und der Webmaster kann sie umgehend uploaden. Dieser Direktzugriff vereinfacht die Prozesse entscheidend. Lohnenswert ist er vor allem, wenn ein intensiver Wechsel von Content erfolgt und die Fristen für die Aktualisierung sehr kurz sind ? mit anderen Worten: je dynamischer der Inhalt einer Website, desto sinnvoller ist der Online-Zugriff.
Was heisst dies für den Website-Betreiber? Gerade wenn der Zeitfaktor entscheidend ist, profitiert er massiv. Die neue Methode verhilft zu höherer Aktualität, da zu jeder Zeit und innert kürzester Frist mehrsprachige Veränderungen auf der Website vorgenommen werden können. Das Internetportal wird nicht nur schneller und flexibler, sondern kann auch besser den Bedürfnissen der Benutzer angepasst werden. Schlankere Abläufe und kürzere Durchlaufzeiten bedeuten Effizienzsteigerungen, die sich letztlich in einer Senkung der Kosten bemerkbar machen. Die Eliminierung möglicher Fehlerquellen im Handling infolge Reduktion der Arbeitsschritte erhöht den Qualitätsstandard und fördert so benutzerseitig die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Leistungen des Website-Betreibers. Auf der technischen Seite sind die notwendigen Voraussetzungen für die neue Lösung minim: Während sich kundenseitig eigentlich gar nichts ändert, benötigt die Übersetzer-Infrastruktur vor allem erhöhte Bandbreiten, wie sie bereits von ADSL- oder Hispeed-Anschlüssen geboten werden, und allenfalls gewisse Software-Anpassungen. Je nach kundenseitiger Sicherheitsanforderung ist es unabdingbar, dass der Online-Zugriff zumindest passwortgeschützt bzw. bei hochsensiblen Daten verschlüsselt erfolgt.