
Traditionelles Lernen wird im Festo-CMaster- Entwicklungsprogramm für Management und Technologie auf den Kopf gestellt:
Nicht ein Trainer oder Lehrer legt inhaltliche Lernziele im Voraus fest und richtet die Vorlesung beziehungsweise das Seminar auf einen optimalen «push» von Wissen aus, sondern die Teilnehmer bedienen sich innerhalb vorgegebener Leitplanken je nach Bedarf verschiedener Wissensquellen. So kontaktieren diese z.B. Fachexperten, ausgewählte Dokumente, Datenbanken oder Team- und Arbeitskollegen, um das klar vereinbarte Ziel von Anwendung und Wertschöpfung zu erreichen.
Humboldtsches Bildungsideal und Lean Learning
Unsere Methode, welche die direkte Anwendung von Wissen und Ausrichtung von Wertschöpfung bereits im Lernprozess anlegt, folgt weitgehend dem Leitsatz des humboldtschen Bildungsideals, welches Bildung und Lernen auf Basis eines selbstständigen Bildungstriebs propagiert. Der C-Master-Prozess ist aber zusätzlich auf den Prinzipien der so genannten «Lean Production» aufgebaut. Unsere Erfahrungen aus dem Kerngeschäft haben uns gezeigt, dass diese Prinzipien überaus sinnvoll Wissensprozesse steuern können, sodass am Ende eines solchen Prozesses eine echte Wertschöpfung erzielt werden kann. Folgende fünf Prinzipien bilden die Basis zur Umsetzung unseres Programms:
1. Selbstgesteuerte Teams erarbeiten unter klar definierten Arbeits- und Zeitstrukturen vereinbarte Lösungen aus dem eigenen Arbeitsumfeld und tragen damit unmittelbar zur Wertschöpfung bei. Experten coachen die Teams und sichern mit dem Faciliator Qualität und Effizienz. Die Rollen aller Beteiligten sind aus dem Prozess heraus definiert.
2. Die Standardisierung der Struktur, Art der Ressourcen und des Ablaufs aller Module stellt den besten und sichersten Weg im Erwerb und in der praktischen Umsetzung der Kenntnisse dar.
3. Der Lernprozess wird voraussagbar, stabil und steuerbar durch die Ausrichtung an konkreten Anwendungen und an nachvollziehbarer Wertschöpfung. Diese Transparenz sowie die inhaltliche Sicherstellung durch Experten erhöht die Qualität der erarbeiteten Lösungen.
4. Just in time bedeutet, dass die Teilnehmerinnen im Lernprozess als Kunden betrachtet werden. Sie bestimmen die Art der Unterstützung, den Umfang des zu erwerbenden Wissens sowie den Einsatz sonstiger Ressourcen zum Erreichen der vereinbarten Ziele selber (pull statt push).
5. Kontinuierliche Verbesserung ist in der C-Master-Methode durch die Weiterverwendbarkeit der erarbeiteten Lösungen durch andere Teams bei gleichartigen Problemstellungen verankert.
Die Lernkurve wird im C-Master vollständig bis zur Anwendung durchlaufen.
| Einführung, Sammlung und Strukturierung von Wissen |
Integration von | Sammlung von Daten Anwendung und Wissen | Präsentation von Lösungen, Bewertung Implementierung | ||||
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Kontext und Inhalt Teams und Zielen |
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| Ziele setzen | Wissen teilen | Wissen in Gang setzen | Handlungen gezielt umsetzen | ||||
Nutzen für Teilnehmer:
Zusammenfassung
Das Festo-C-Master-Programm ist konsequent auf Anwendung von Wissen und auf Wertschöpfung durch Wissen ausgerichtet. Dabei bildet immer die praktische Anwendung die Triebfeder für die Selbstorganisation unserer Teams. Im Ablauf der Module nimmt die aktive Vernetzung der Modulinhalte mit den Arbeitsprozessen der Teilnehmer, also die Anwendung des Wissens, zeitlich den grössten Raum ein. Vorgesetzte wie Arbeitskollegen werden zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Anwendung in den Lernprozess eingebunden. Inzwischen ist sogar die Anerkennung der Module im Rahmen des European Credit Transfer System ECTS für Bachelor- und Master- Programme in Vorbereitung. Diese Anerkennung wird für Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein weiterer Baustein für die persönliche Wertschöpfung im C-Master- Programm werden.